Angelika Eck

Beratung und Therapie bei Fragen der Sexualität bilden einen Schwerpunkt meiner Arbeit. Über Erotik und Sexualität erschließen sich häufig grundlegende Lebensthemen. Meiner Erfahrung nach geht es fast nie einfach um Sex, sondern vor allem um die Vorstellungen und Bedeutungen, die jeder Mensch vor dem Hintergrund seiner Geschichte damit verknüpft – persönliche Bedeutungen, Bedeutung in der aktuellen Lebensphase, Bedeutungen für das eigene Selbstwertgefühl, das Mann- oder Frausein, Bindung und Partnerschaft. Im Lauf des Lebens oder einer Beziehung verändert sich die sexuelle Aktivität in ihrer Häufigkeit und Qualität, und ebenso die erotische Bedeutungswelt.

 

Vorstellungen von Sexualität als etwas, das selbstverständlich funktionieren, allzeit verfügbar, politisch korrekt, angenehm und maximal erfüllend sein sollte, führen häufig dazu, dass Menschen, die das anders erleben, sich als unzulänglich oder unnormal empfinden. Umso wichtiger ist es mir, einen sicheren und professionellen Rahmen bereitzuhalten, der ermöglicht, die ureigene Sexualität möglichst unvoreingenommen zum Thema und zum Ausgangspunkt positiver Entwicklungen zu machen. Was kann Thema einer Sexualtherapie sein?

Probleme mit sexuellen Funktionen sind sehr verbreitet. Etwas »klappt nicht«. Es könnte sein, dass Sie als Frau besorgt sind, weil Sie Schwierigkeiten mit Erregung oder Orgasmus, Muskelverkrampfungen oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr erleben. Erektionsstörungen oder Ejakulationsprobleme könnten Sie als Mann beunruhigen. Nur wenn Sie dies als belastend für Ihr eigenes Sexualleben oder für die Partnerschaft erleben, ist eine Sexualtherapie angezeigt.

Sie sind als Mann oder Frau willkommen, wenn Sie gerne (wieder) mehr Lust auf Sexualität entwickeln würden – für sich selbst oder als Paar. Dazu gehört auch, die bestehende Sexualität zu bereichern und so umzugestalten, dass Sie für Ihr Dasein hier und heute stimmig ist.

Für Paare ist eine Sexualtherapie beispielsweise sinnvoll, wenn sie gerne lustvolleren Sex miteinander leben würden, das aber aktuell nicht hinkriegen. Konflikte entstehen häufig, wenn zu große Unterschiede im Begehren, in sexuellen Vorstellungen und Vorlieben zwischen den Partnern zu bestehen scheinen. Oft haben sich im Lauf der Zeit auch Blockaden entwickelt, überhaupt noch sexuell aufeinander zuzugehen.

Die Grenzen zwischen homo- und heterosexueller Orientierung sind fließend. Es kann sein, dass Sie phasenweise verunsichert sind bezüglich der Frage, zu welchem Geschlecht Sie sich eher hingezogen fühlen. Nur, wenn Sie das als problematisch erleben oder wenn Sie aufgrund Ihrer sexuellen Orientierung Schwierigkeiten in anderen Lebensbereichen befürchten oder erleben, kann eine therapeutische Unterstützung Ihnen helfen, sich zu klären. Dies gilt ebenso, wenn Sie bemerken, dass Sie sich stärker dem anderen als Ihrem Geburtsgeschlecht zugehörig fühlen, d.h. als Mann lieber Frau oder als Frau lieber Mann wären oder bezüglich Ihrer Geschlechtsidentität verunsichert sind.

 

Es gibt so viele sexuelle Vorstellungen, Fantasien, Sehnsüchte und Praktiken, wie es Menschen gibt. Was jemanden erotisch anspricht, ist zum Teil sehr individuell. Diese Vielfalt ist auch gut so. Dennoch könnte die Frage auftauchen: „Bin ich normal, wenn ich mir so was vorstelle?“. Reale Risiken oder Konflikte in der Partnerschaft könnten befürchtet werden oder bereits entstanden sein. Wenn auf einmal bislang unbekannte Seiten der Sexualität des Lebenspartners zu Tage treten, kann das befremden und ängstigen. Eine kompetent begleitete persönliche Klärung oder Verständigung mit dem Partner darüber auf „neutralem Boden“ kann in dieser Situation hilfreich sein.

 

Ein Seitensprung, eine Affaire oder eine länger dauernde Außenbeziehung eines Partners stellt nicht nur die bisherige Sexualität, sondern häufig die Beziehung als Ganzes und das bisherige Lebensmodell in Frage. Dieses oft sehr emotionale Geschehen kann durch eine Therapie sicher gerahmt und Bedeutungen für die Partner und die Zukunft in Ruhe entwickelt werden.

 

Je nach Anliegen kann der Ablauf der Therapie ganz unterschiedlich aussehen. Ich werde Sie dabei unterstützen, sich dem zuzuwenden, was Sie persönlich erotisch ausmacht und wie Sie Ihre eigenen erotischen Potenziale kennenlernen, schätzen und nutzen können. Wissensvermittlung oder Überprüfen der Vorstellungen, was „normale“ Sexualität ist, können ebenso wichtig sein wie die Verbesserung der Verständigung über Unterschiede und Wünsche mit Ihrem Partner und die Auflösung blockierender Kommunikationsmuster. Konkrete Experimente und Übungen für zu Hause (sexuelle und andere) ermöglichen oft den Transfer vom Besprechen zum Tun.

Sexualität hat mit Ihrem Körper zu tun. Daher werde ich Sie ggf. darin unterstützen, ihre körperlichen Vorgänge genauer zu beobachten, zu verstehen und Ihnen zeigen, wie Sie für sich selbst oder als Paar Atmung, Muskelspannung, Bewegungen und Berührungen so einsetzen können, dass Ihr sexuelles Erleben sich positiv verändert. Wichtig für Sie zu wissen: In meiner Praxis finden keine konkret sexuellen Berührungen oder Praktiken statt.